Angst bei Hunden:

Angst und Furcht sind Emotionen, die bei einer Bedrohung, oder einfach nur die Vorstellung davon, bei vielen Tieren und auch beim Menschen auftreten. Diese Warn- und Schutzfunktionen treiben zu Flucht und aktiver/ passiver Vermeidung von Situationen die Schmerz, Verletzung und Tod zu Folge haben können.

 

Sogar im Schlaf sind Tiere für angstauslösende Reize offen. Es wird diskutiert, dass die Ängstlichkeit einer Art jeweils ihrer spezifischen Gefährdung durch Fressfeinde entspricht.

Bei zahlreichen Arten ist ein angstanzeigendes Verhalten fast immer zu beobachten. Wie z.B. als Dauerwachsamkeit, Scheuen, sichern, als Flucht- oder Warnrufen. Selbst Trennungsangst wird bei Jungtieren (auch Menschen) beobachtet, was darauf hinweist, dass körperliche Nähe zum Elterntier "gesucht" und Trennung hingegen "gefürchtet" wird.

Begriffsdefinition:

Es macht in der Arbeit mit Hunden einen großen Unterschied aus, ob der Hund Angst hat, oder ob er sich fürchtet. Angst wird häufig als Überbegriff verwendet dabei ist nicht alles was als Angst bezeichnet wird, auch wirklich Angst.

Unsicherheit oder Vorsicht:

Dies stellt ein sehr zurückhaltendes Verhalten dar, eine zögerliche Reaktion auf vielleicht gefährliche Situationen. Oft gibt es in einem Wurf von nicht scheuen Elterntieren einen Welpen, der etwas unsicherer und verhaltener auf gewisse Situationen reagiert als all die anderen Welpen. Dies ist dann als Charaktermerkmal von dem einen Welpen zu deuten und nicht als Angst.

Ist ein Hund unsicher, bleibt er zu jeder Zeit handlungsfähig- also fähig, für sich das Richtige zu tun. 

Wenn der Hund in diesen Situationen etwas unangenehmes erlebt, kann aus Unsicherheit Furcht oder Angst entstehen.

Furcht:

Furcht wird durch einen konkreten Reiz ausgelöst und hat somit immer eine spezielle Ursache. Ein Hund kann sich also vor Regenschirmen, Kindern, Traktoren oder auch Geräuschen usw. fürchten.

 

In jedem Fall kann auf den Auslöser mit Angriff oder Flucht reagiert werden.

Angst:

Die Angst hingegen ist ein diffuses Gefühl von Gefahr mit permanenter Erwartungshaltung oder Vorahnung, dass etwas negatives passieren könnte. Dabei steht aber nicht fest, ob, was, wann und wie etwas passieren wird.

 

Angst lähmt das Verhalten der Hunde und macht diese weitgehend handlungsunfähig. Ist die Angst akut, sind die Tiere meist nicht mehr in der Lage auf den Besitzer zu reagieren. Sie frieren ein, liegen geduckt am Boden oder starren in eine bestimmte Richtung. Sie sind nicht mehr ansprechbar und nehmen ihre Umgebung nicht mehr wahr.

 

Beide Gefühle können sich auch noch steigern:

Aus Furcht wird Phobie,

aus Angst wird Panik

Phobie:

Phobie ist eine gesteigerte Form der Furcht. Fürchtet sich das Tier z. B. vor Rollschuhfahrern und hat mehrere unangenehme Erlebnisse damit gehabt, kann es passieren, dass alle fahrenden Objekte furchteinflößend sind, die den Hund wiederum handlungsunfähig machen können.

Panik:

Die übersteigerte Form von Angst ist Panik. Panikattacken sind gekennzeichnet von heftiger Unruhe oder Angst. Diese werden begleitet von körperlichen Symptomen wie erhöhte Herzfrequenz, Schweißabsonderung an den Pfoten, hecheln, Muskelzittern, Speichelfluss und sogar Erbrechen ist möglich.

 

Furcht und ihre gesteigerte Form Phobie, ist auf Grund ihrer konkreten Auslöser wesentlich leichter zu therapieren, als Angst oder Panik.